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videoboost-Studie 2026 · 10 Jahre danach

60 Videos im Jahr statt einem Imagefilm: Die DAX40-Konzerne leben es vor

Während früher ein Imagefilm im Jahr gereicht hat, kommen DAX40-Konzerne heute auf rund 5 Videos im Monat. Aufs Jahr gerechnet sind das über 60. Das ist aber nur der Durchschnitt: Spitzenreiter wie SAP posten deutlich mehr. Wir haben alle DAX40-Konzerne neu vermessen und zeigen, wie sich Video-Kommunikation seit unserer ersten Studie 2015 verändert hat, und wo Ihr Unternehmen im Vergleich steht.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Erkenntnisse

60Videos im Jahr

So oft postet ein typischer DAX40-Konzern. Der Median liegt bei 5 Videos im Monat, hochgerechnet über 60 im Jahr. Der Mittelwert liegt, durch Spitzenreiter in der Videoproduktion wie SAP, bei 9 Videos im Monat und damit deutlich höher.

32%Erklärformate

Nicht der Imagefilm dominiert die DAX40-Kommunikation, sondern eine Vielfalt an Videoformaten. Erklärvideos und How-tos sind mit 32% die größte Content-Kategorie auf YouTube, vor Produkt-Marketing (21%) und Sponsoring (11%).

47%Shorts

Fast jedes zweite YouTube-Video ist inzwischen ein Short. B2C-Marken liegen bei 74%, das B2B-Segment bei 30%.

0 → 595Spannweite

Video ist im DAX40 angekommen, aber alles andere als gleich verteilt. Die Videoschere ist weit geöffnet: SAP veröffentlichte 595 Videos in einem Jahr. Sieben Konzerne kamen auf weniger als eines pro Monat.

33%auf LinkedIn

Jeder dritte LinkedIn-Post der DAX40-Konzerne enthält Video. Stabil über alle 12 Monate. Spitzenreiter SAP erreicht 68%.

Posting-Frequenz

Wie oft posten DAX40-Konzerne wirklich?

Ein Blick auf die nackte Durchschnittszahl reicht nicht. Die eine Hälfte der DAX40-Konzerne postet seltener als der Median, die andere Hälfte häufiger. Was aber deutlich wird, ist, dass Video-Content sich seinen Weg in die gängige Content-Planung gebahnt hat.

Das Ranking: 0 bis 595

Die Verteilung ist keine Kurve, sie ist eine Treppe. Oben steht SAP mit 595 Videos in 12 Monaten, gefolgt von Adidas mit 494 und Volkswagen mit 315. Unten stehen sieben Konzerne, die YouTube in der Unternehmenskommunikation kaum oder gar nicht nutzen.

B2B/CorporateB2C-Marken
  • Aktivität folgt nicht der Marktkapitalisierung. Einige der wertvollsten Konzerne des Index veröffentlichen wenige Videos, kleinere Indexmitglieder publizieren dafür wöchentlich. Das lässt sich weniger mit Budgets erklären als mit unterschiedlichen Kommunikationsstrategien. Manche Konzerne setzen bewusst auf andere Kanäle oder Formate.
  • B2B produziert mehr als B2C. Die 30 B2B- und Corporate-orientierten Konzerne stehen für 2.774 der 4.488 Videos (62%). Die Vorstellung, Video-Kommunikation sei vor allem ein Konsumentenmarken-Thema, hält den Daten nicht stand.
  • Die Mitte ist breit. Zwischen Platz 10 und Platz 30 liegen Konzerne mit 30 bis 130 Videos pro Jahr, also etwa einem halben bis drei Videos pro Woche. Das ist der realistische Korridor der DAX40-Videokommunikation.
Interaktiv · Ihr Vergleich, nicht Teil der Studienauswertung

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Kurzformate

Die Shorts-Wende

Fast jedes zweite YouTube-Video der DAX40-Konzerne (47%) ist inzwischen ein Short. Das ist die auffälligste Veränderung im Datensatz, und sie trennt die Segmente scharf. B2C-Marken produzieren zu 74% Kurzformate, das B2B-Segment zu 30%. Die höchsten Shorts-Anteile erreichen Vonovia (89%), Beiersdorf (88%) und Deutsche Telekom (88%).

Vom Weltmeisterschafts-Clip bis zum Akku-Erklärstück tragen Shorts inzwischen jede Content-Kategorie. Shorts sind kein Ersatz für lange Formate, sondern ein zusätzlicher Rhythmus. Konzerne mit hohem Shorts-Anteil veröffentlichen insgesamt deutlich mehr Videos, weil Kurzformate schnelleren Output erlauben. Das Langformat bleibt der Ort für Erklärstücke, Dokumentationen und Berichtsformate. Shorts liefern Reichweite und Frequenz.

Zählweise: Als Short gilt, was der Konzern auf YouTube als Short veröffentlicht. Die 3.002 LinkedIn-Videos sind hier nicht enthalten; ob sie vertikal produziert sind, weist LinkedIn nicht aus.

LinkedIn

LinkedIn: der heimliche Video-Kanal

Für diese Studie haben wir erstmals alle LinkedIn-Posts der DAX40-Konzernseiten über 12 Monate ausgewertet: 8.999 Posts von 39 Konzernen, davon 3.002 mit Video. Jeder dritte Post ist ein Video-Post, die Quote ist über alle 12 Monate stabil zwischen 30% und 37%.

Die drei höchsten Video-Quoten des Index, mit je einem echten Video-Post aus dem Datensatz. Auffällig: Alle drei produzieren vermehrt vertikale Video-Inhalte.

Die Kanalstrategie verschiebt sich, nicht die Formatentscheidung. Für B2B-Kommunikation ist das vielleicht die wichtigste Zahl der Studie: Der Kanal, auf dem Entscheider tatsächlich lesen, ist längst ein Video-Kanal.

Formate

Nicht mehr nur ein Format: die Vielfalt der Video-Inhalte

2015 gab es im Kern noch wenige Videoformate. Das Highlight war der Imagefilm. 2026 sieht die Praxis anders aus. Auf den Corporate-Kanälen der DAX40-Konzerne laufen heute Erklärvideos, Shorts, Recruiting-Clips, Eventmitschnitte und Kampagnenfilme, häufig parallel und über mehrere Kanäle hinweg.

Erklärvideos bleiben an der Spitze

Wir haben alle 4.488 YouTube-Videos KI-gestützt in Kategorien klassifiziert. Das Ergebnis: Erklärvideos und How-tos sind die größte einzelne Kategorie, noch vor Produkt-Marketing und Sponsoring.

Ein Grund liegt auf der Hand. Ein Erklärvideo lässt sich oft mit einem einfachen Screen-Recording oder einem Talking-Head-Setup produzieren. Ein aufwendiger Imagefilm braucht Agentur, Dreh und Postproduktion. Erklärvideos sind auch deshalb so präsent, weil sie sich leichter in hoher Frequenz produzieren lassen. Das erklärt die Menge, sagt aber noch nichts über die Reichweite aus.

Die Format-Analyse bezieht sich auf YouTube, wo Titel und Metadaten offenliegen. Die 3.002 LinkedIn-Videos sind im LinkedIn-Kapitel ausgewertet; vergleichbare Format-Metadaten stellt LinkedIn nicht bereit.

FormatVideosAnteil
Erklärvideo / How-to1.42032%
Produkt / Marketing94321%
Sponsoring47511%
Corporate / Brand4119%
Event / Messe3207%
Recruiting / Karriere2656%
Übrige (ESG, CEO, IR, Saisonales)65415%
  • Erklärformate sind Arbeits-Content, kein Reichweiten-Content. Sie stehen für 32% der Videos, aber nur 9% der Aufrufe. Die Reichweite holen Sponsoring- und Kampagnen-Videos. Die Erklärstücke beantworten stattdessen Fragen entlang der Customer Journey. Beides sind unterschiedliche Aufgaben.
  • Recruiting ist Breitensport. 25 von 40 Konzernen haben im letzten Jahr Karriere-Videos veröffentlicht. Employer Branding per Video ist im DAX40 Normalfall.

Konstant geblieben ist eine Sache über zehn Jahre. Das Erklärformat war 2015 der Einstieg der Konzerne in die Video-Kommunikation. 2026 ist es die meistgenutzte einzelne Format-Kategorie im DAX40.

Segmente

B2B gegen B2C: unterschiedliche Formate, unterschiedliche Strategien

Die Segmentierung des Index in acht B2C-Marken (u.a. Adidas, Zalando, Beiersdorf) und überwiegend B2B- bzw. Corporate-orientierte Konzerne zeigt zwei fast gegensätzliche Strategien.

B2C-MarkenB2B / Corporate
Konzerne830
Videos (12 Monate)1.7142.774
Shorts-Anteil74%30%
Erklärformat-Anteil12%44%

B2C-Marken nutzen den Corporate-Kanal als Reichweiten-Magnet: kurz, häufig, kampagnengetrieben, mit Sponsoring und Produkt im Zentrum. B2B-Konzerne nutzen ihn als Erklär- und Vertrauensmedium: längere Formate, mehr Erklärstücke, mehr Recruiting und Fachkommunikation. Wer die eigene Video-Strategie am DAX40 ausrichten will, sollte sich am passenden Segment messen, nicht am Index-Durchschnitt.

Zur Einordnung: Die Zuordnung erfolgte danach, ob der Corporate-Kanal primär für Investor-, Fach- oder Employer-Kommunikation genutzt wird oder als Produkt-/Marken-Kanal. Einige als B2B/Corporate eingeordnete Konzerne haben zusätzlich direktes Endkundengeschäft. Die genauen Zuordnungskriterien und die vollständige Konzernliste stehen im Methodik-Abschnitt.

10 Jahre danach

10 Jahre danach: vom Imagefilm zum Video-Alltag

2015 haben wir zum ersten Mal vermessen, wie die DAX-Konzerne Video einsetzen. Der Vergleich mit heute zeigt, wie sehr sich die Praxis gedreht hat.

Zur Vergleichbarkeit: 2015 bestand der Index aus 30 Unternehmen (DAX30), seit der Indexreform 2021 sind es 40 (DAX40). Ein Teil des Gesamt-Zuwachses an Videos geht auch auf die zehn zusätzlichen Konzerne zurück.

2015

Setzt sich Video durch?

  • 90% der DAX-Unternehmen nutzen Erklärvideos
  • Typischer Rhythmus: der jährliche Imagefilm
  • Video ist Projekt, kein Prozess
2026

Wie viel, welches Format, welcher Kanal?

  • 38 von 40 DAX40-Konzernen veröffentlichen laufend Video auf YouTube
  • Die Aktivsten posten mehr als ein Video pro Tag
  • Ein einzelnes Format reicht nicht mehr. Video läuft heute über mehrere Kanäle und mehrere Formate parallel
Fazit

Was die Studie verdeutlicht

Die finale Video-Frequenz hängt stark von Content-Strategie und Unternehmensausrichtung ab. Was die DAX40-Konzerne allerdings vorleben, ist die Anerkennung der Video-Relevanz im heutigen Content-Zeitalter. Eine Mischung aus kanalspezifischen und zielorientierten Video-Inhalten gehört in ein professionelles Content-Repertoire. Die Entwicklung innerhalb der letzten 10 Jahre steigert das Interesse hinsichtlich weiterer Veränderungen von Video-Frequenzen, Content-Formaten und strategischen Ausrichtungen. Was sich in den nächsten 10 Jahren verändern wird, bietet sicherlich Potenzial für eine weitere Studie.

Methodik

Methodik & Quellen

Was gemessen wurde: Die Video-Kommunikation der 40 DAX40-Konzerne (Indexstand nach Review März 2026) über 12 Monate, auf zwei Kanälen: YouTube (18.07.2025 bis 17.07.2026, Vollerhebung via YouTube Data API, 4.488 Videos) und LinkedIn (28.07.2025 bis 27.07.2026, Vollerhebung der Konzernseiten-Posts, 8.999 Posts über 39 Konzerne).

Vergleichbarkeit zur Studie von 2015: 2015 bestand der Index aus 30 Unternehmen (DAX30); seit der Indexreform 2021 sind es 40 (DAX40). Historische Vergleiche in diesem Beitrag beziehen sich auf die jeweils gültige Indexzusammensetzung.

Kanal-Regel: Gewertet wird ausschließlich der Corporate-Kanal, den der Konzern selbst auf seiner Website verlinkt. B2C-Markenkanäle (etwa @mercedesbenz oder @dhl auf YouTube) zählen nicht: Gegenstand der Studie ist Unternehmenskommunikation, nicht Produktwerbung. Alle Niedrig-Aktivitäts-Befunde wurden zusätzlich manuell gegen die Website-Verlinkung des jeweiligen Konzerns geprüft.

Format-Klassifikation: KI-gestützt (Claude). Alle 4.488 Videotitel wurden einzeln einer von elf Kategorien zugeordnet (Lauf 27.07.2026). Erklärvideo/How-to umfasst erklärende Formate, Tutorials und Wissensvermittlung.

B2B/B2C-Segmentierung: Kriterium: Wird der Corporate-Kanal primär für Investor-, Fach- oder Employer-Kommunikation genutzt (B2B/Corporate) oder als Produkt-/Marken-Kanal mit Endkundenfokus (B2C)? Das Kriterium bewertet die Nutzung des Kanals, nicht die Kundenstruktur des Konzerns insgesamt. Deshalb können auch Konzerne mit Privatkundengeschäft, etwa aus den Bereichen Energie, Versicherung oder Bank, im Segment B2B/Corporate stehen, wenn ihr Corporate-Kanal entsprechend genutzt wird.

YouTube-Hinweise: Siemens Energy verfügt zum Erhebungszeitpunkt der Daten über keinen Corporate-YouTube-Kanal (es konnte kein offizieller Corporate-YouTube-Account identifiziert werden).

LinkedIn-Hinweise: Mercedes-Benz Group ist über LinkedIn nicht erfasst (die Konzernseite lieferte keine abrufbaren Posts). DHL Group wird über die konzernweite DHL-Unternehmensseite erfasst (einheitlicher Markenauftritt seit 2023). Ausgewertet wurden öffentlich einsehbare Posts, aggregiert und ohne personenbezogene Daten.

Über die Studie: Durchgeführt von videoboost (Boost Media GmbH, Darmstadt), Produzent von Unternehmensvideos seit 2015. Diese Studie ist die Fortsetzung der DAX-Erklärvideo-Studie von 2015. Daten und Grafiken dürfen mit Quellenangabe und Link auf die Original-Seite frei zitiert und eingebettet werden.

Datenstand: 27.07.2026 (YouTube-Stichtag 17.07.2026, LinkedIn-Stichtag 27.07.2026).

Quelle: videoboost DAX-Video-Studie 2026, https://www.videoboost.de/studie/dax-video-2026/