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videoboost Studie · 10 Jahre danach

Studie: DAX-Konzerne veröffentlichen im Schnitt 9 Videos pro Monat

Video ist auf dem Weg zum Kommunikationstool Nr. 1. Jeder dritte LinkedIn-Post der Konzerne ist ein Video. Aber die Spannweite ist enorm: von 0 bis 50 Videos pro Monat.

Zehn Jahre nach unserer ersten DAX-Studie haben wir alle 40 Konzerne neu vermessen.

Was diese Studie misst
  • 7.490 Videos aus 12 Monaten: 4.488 auf YouTube, 3.002 auf LinkedIn
  • Nur Corporate-Kanäle, die der Konzern selbst auf seiner Website verlinkt
  • Keine B2C-Markenkanäle (etwa @mercedesbenz): Es geht um Unternehmenskommunikation, nicht um Produktwerbung
7.490Videos analysiert

4.488 YouTube + 3.002 LinkedIn, 12 Monate

47%Shorts-Anteil auf YouTube

Kurzform ist die neue Mehrheit

33%LinkedIn-Video-Quote

3.002 von 8.999 analysierten Posts

7 / 40setzen kaum auf YouTube

<1 Video/Monat auf dem Corporate-Kanal

Zusammenfassung

Die wichtigsten Erkenntnisse

7.490 Videos, 40 Konzerne, 12 Monate, über 555 Millionen YouTube-Aufrufe. Das sind die fünf Ergebnisse, die hängen bleiben:

9pro Monat

So viel veröffentlicht ein DAX-Konzern im Schnitt auf seinem Corporate-YouTube-Kanal. Der Median liegt bei 5: Die Hälfte postet seltener, die Spitze fast täglich.

32%Erklärformate

Jedes dritte YouTube-Video erklärt etwas. Erklärvideos und How-tos sind die größte Content-Kategorie, vor Produkt-Marketing und Sponsoring.

47%Shorts

Fast jedes zweite YouTube-Video ist ein Short. B2C-Marken liegen bei 74%, das B2B-Segment bei 30%.

33%LinkedIn

Jeder dritte LinkedIn-Post enthält Video, stabil über alle 12 Monate. Spitzenreiter SAP erreicht 68%.

595→0Spannweite

Video ist im DAX Standard, aber kein Gleichstand. SAP veröffentlichte 595 Videos in einem Jahr, sieben Konzerne weniger als eines pro Monat.

10 Jahre danach

Aus Pionierprojekt wird Pflichtprogramm

2015 haben wir zum ersten Mal vermessen, wie die DAX-Konzerne Video einsetzen. Der Vergleich mit heute zeigt: Die Frage hat sich komplett gedreht.

2015

Setzt sich Video durch?

  • 90% der DAX-Unternehmen nutzen Erklärvideos
  • Typischer Rhythmus: der jährliche Imagefilm
  • Video ist Projekt, kein Prozess
2026

Wie viel, welches Format, welcher Kanal?

  • 38 von 40 Konzernen veröffentlichen laufend, im Schnitt 9 Videos pro Monat
  • Die Aktivsten posten mehr als ein Video pro Tag
  • Video ist Redaktionsbetrieb: Shorts, LinkedIn, Erklärformate

Konstant geblieben ist eine Sache: Das Erklärformat, 2015 der Einstieg der Konzerne in die Video-Kommunikation, ist auch 2026 die größte Einzelkategorie.

Interaktives Ranking

Das Ranking: 595 bis 0

Die Verteilung ist keine Kurve, sie ist eine Treppe. Oben: SAP mit 595 Videos in 12 Monaten, Adidas mit 494, Volkswagen mit 315. Unten: sieben Konzerne, die YouTube in der Unternehmenskommunikation kaum oder gar nicht nutzen. Alle 40 Konzerne, sortierbar nach Kennzahl, filterbar nach Segment.

B2B/CorporateB2C-Marken
  • Aktivität folgt nicht der Marktkapitalisierung. Einige der wertvollsten Konzerne des Index veröffentlichen wenige Videos, während kleinere Indexmitglieder wöchentlich publizieren. Video-Output ist eine Strategie-Entscheidung, keine Budget-Frage.
  • B2B produziert mehr als B2C. Die 30 B2B- und Corporate-orientierten Konzerne stehen für 2.774 der 4.488 Videos (62%). Die Vorstellung, Video-Kommunikation sei vor allem ein Konsumentenmarken-Thema, hält den Daten nicht stand.
  • Die Mitte ist breit. Zwischen Platz 10 und Platz 30 liegen Konzerne mit 30 bis 130 Videos pro Jahr, also etwa einem halben bis drei Videos pro Woche. Das ist der realistische Korridor der DAX-Videokommunikation.
Kurzformate

Die Shorts-Wende

Fast jedes zweite YouTube-Video der DAX-Konzerne (47%) ist inzwischen ein Short. Das ist die auffälligste Veränderung im Datensatz, und sie trennt die Segmente scharf: B2C-Marken produzieren zu 74% Kurzformate, das B2B-Segment zu 30%. Die höchsten Shorts-Anteile erreichen Vonovia (89%), Beiersdorf (88%) und Deutsche Telekom (88%).

Vier echte Beispiele aus dem Datensatz (Klick öffnet YouTube). Vom Weltmeisterschafts-Clip bis zum Akku-Erklärstück: Shorts tragen inzwischen jede Content-Kategorie.

Was die Zahlen nahelegen: Shorts sind kein Ersatz, sondern ein zusätzlicher Rhythmus. Konzerne mit hohem Shorts-Anteil veröffentlichen insgesamt deutlich mehr Videos, weil Kurzformate schnelleren Output erlauben. Das Langformat bleibt der Ort für Erklärstücke, Dokumentationen und Berichtsformate, während Shorts Reichweite und Frequenz liefern.

Zählweise: Als Short gilt, was der Konzern auf YouTube als Short veröffentlicht. Die 3.002 LinkedIn-Videos sind hier nicht enthalten; ob sie vertikal produziert sind, weist LinkedIn nicht aus.

Jahresverlauf

Posting-Frequenz im Zeitverlauf

YouTube-Uploads pro Monat. Bis zu 5 Konzerne vergleichen - Farben werden in Auswahl-Reihenfolge vergeben.

LinkedIn

Der heimliche Video-Kanal

Für diese Studie haben wir erstmals alle LinkedIn-Posts der DAX-Konzernseiten über 12 Monate ausgewertet: 8.999 Posts von 39 Konzernen, davon 3.002 mit Video. Jeder dritte Post ist ein Video-Post, und die Quote ist über alle 12 Monate stabil zwischen 30% und 37%.

Die drei höchsten Video-Quoten des Index mit je einem echten Video-Post aus dem Datensatz (Klick öffnet den Post auf LinkedIn; Vorschaubilder aus den verlinkten Konzern-Posts). Auffällig: Alle drei produzieren vertikal.

Die Kanalstrategie verschiebt sich, nicht die Formatentscheidung. Für B2B-Kommunikation ist das die vielleicht wichtigste Zahl der Studie: Der Kanal, auf dem Entscheider tatsächlich lesen, ist längst ein Video-Kanal.

Format-Matrix

Jedes dritte Video erklärt etwas

Wir haben alle 4.488 YouTube-Videos KI-gestützt in elf Kategorien klassifiziert. Das Ergebnis stellt eine verbreitete Annahme auf den Kopf: Nicht Imagefilme oder Kampagnen dominieren die DAX-Videokommunikation, sondern Erklärformate.

Die Format-Analyse bezieht sich auf YouTube: Dort liegen Titel und Metadaten offen. Die 3.002 LinkedIn-Videos sind im LinkedIn-Kapitel ausgewertet; vergleichbare Format-Metadaten stellt LinkedIn nicht bereit.

FormatVideosAnteil
Erklärvideo / How-to1.42032%
Produkt / Marketing94321%
Sponsoring47511%
Corporate / Brand4119%
Event / Messe3207%
Recruiting / Karriere2656%
Übrige (ESG, CEO, IR, Saisonales)65415%
  • Im B2B-Segment sind 44% aller Videos Erklärformate, fast jedes zweite. Wer erklärungsbedürftige Produkte verkauft, erklärt per Video.
  • Erklärformate sind Arbeits-Content, kein Reichweiten-Content. Sie stehen für 32% der Videos, aber nur 9% der Aufrufe. Die Reichweite holen Sponsoring- und Kampagnen-Videos, die Erklärstücke beantworten Fragen entlang der Customer Journey. Beides sind unterschiedliche Aufgaben.
  • Recruiting ist Breitensport: 25 von 40 Konzernen haben im letzten Jahr Karriere-Videos veröffentlicht. Employer Branding per Video ist im DAX Normalfall.

Die Matrix zeigt, wer auf welche Formate setzt (KI-gestützte Klassifikation aller 4.488 Videotitel, 11 Kategorien). Dunkel = wenig, hell = viel.

B2B gegen B2C

Zwei Video-Welten

Die Segmentierung des Index in acht B2C-Marken (u.a. Adidas, Zalando, Beiersdorf) und 30 B2B- bzw. Corporate-orientierte Konzerne zeigt zwei fast gegensätzliche Video-Strategien:

B2C-MarkenB2B / Corporate
Konzerne830
Videos (12 Monate)1.7142.774
Shorts-Anteil74%30%
Erklärformat-Anteil12%44%

B2C-Marken nutzen den Corporate-Kanal als Reichweiten-Maschine: kurz, häufig, kampagnengetrieben, mit Sponsoring und Produkt im Zentrum. B2B-Konzerne nutzen ihn als Erklär- und Vertrauensmedium: längere Formate, mehr Erklärstücke, mehr Recruiting und Fachkommunikation. Wer die eigene Video-Strategie an "den DAX-Konzernen" ausrichten will, sollte sich am passenden Segment messen, nicht am Index-Durchschnitt.

Die andere Seite

Wo YouTube nicht stattfindet

Zur ehrlichen Vermessung gehört die andere Seite der Treppe: Sieben der 40 Konzerne veröffentlichen weniger als ein Video pro Monat auf ihrem Corporate-YouTube-Kanal. Das ist selten Nachlässigkeit, sondern meist eine bewusste Kanalentscheidung:

  • Siemens Energy verzichtet auf einen Corporate-YouTube-Kanal, erreicht auf LinkedIn aber eine der höchsten Video-Quoten des Index (63%). Der Kanal wechselt, das Format bleibt.
  • Mercedes-Benz bündelt Video-Reichweite auf seinen B2C-Markenkanälen. Die zählen in dieser Studie bewusst nicht: Sie sind Produktwerbung, nicht Unternehmenskommunikation.

Die Frage ist nicht mehr, ob ein Konzern auf Video setzt. Sondern auf welchem Kanal die Zielgruppe es zu sehen bekommt.

Ihr Vergleich

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Methodik

So wurde gemessen

Was gemessen wurde: die Video-Kommunikation der 40 DAX-Konzerne (Indexstand nach Review März 2026) über 12 Monate, auf zwei Kanälen: YouTube (18.07.2025 bis 17.07.2026, Vollerhebung via YouTube Data API, 4.488 Videos) und LinkedIn (28.07.2025 bis 27.07.2026, Vollerhebung der Konzernseiten-Posts, 8.999 Posts über 39 Konzerne).

Kanal-Regel: Gewertet wird ausschließlich der Corporate-Kanal, den der Konzern selbst auf seiner Website verlinkt. B2C-Markenkanäle (etwa @mercedesbenz oder @dhl auf YouTube) zählen nicht: Gegenstand der Studie ist Unternehmenskommunikation, nicht Produktwerbung. Alle Niedrig-Aktivitäts-Befunde wurden zusätzlich manuell gegen die Website-Verlinkung des jeweiligen Konzerns geprüft.

Format-Klassifikation: KI-gestützt (Claude). Alle 4.488 Videotitel wurden einzeln einer von elf Kategorien zugeordnet (Lauf 27.07.2026). Erklärvideo/How-to umfasst erklärende Formate, Tutorials und Wissensvermittlung.

LinkedIn-Hinweise: Mercedes-Benz Group ist über LinkedIn nicht erfasst (die Konzernseite lieferte keine abrufbaren Posts). DHL Group wird über die konzernweite DHL-Unternehmensseite erfasst (einheitlicher Markenauftritt seit 2023). Ausgewertet wurden öffentlich einsehbare Posts, aggregiert und ohne personenbezogene Daten.

Über die Studie: Durchgeführt von videoboost (Boost Media GmbH, Darmstadt), Produzent von Unternehmensvideos seit 2015. Diese Studie ist die Fortsetzung unserer DAX-Erklärvideo-Studie von 2015. Daten und Grafiken dürfen mit Quellenangabe und Link auf diese Seite frei zitiert und eingebettet werden.