Die Ausgangslage
Ein modernes Fahrzeug ist ein Softwaresystem auf Rädern: Vom Batteriemanagement bis zum Assistenzsystem entscheidet Software darüber, was das Auto kann. Mit jeder Funktion wächst die Komplexität, und weil bisher kein gemeinsames, abgesichertes Fundament existierte, hat die Branche denselben Software-Unterbau immer wieder neu gebaut - Aufwand, der nicht in Innovation fließt, sondern in Infrastruktur.
Genau dort setzt Eclipse S-CORE an, das Open-Source-Projekt der Eclipse SDV Working Group, das im Juni 2025 mit BMW Group, Mercedes-Benz, Bosch, ETAS, QNX, Qorix und Accenture als Gründungsmitgliedern gestartet ist. ETAS, die 1994 gegründete Bosch-Tochter aus Stuttgart mit rund 2.700 Mitarbeitenden, ist Gründungsmitglied und liefert auf diesem offenen Kern eine eigene Distribution: vorintegriert, zertifiziert und über den gesamten Fahrzeug-Lebenszyklus gepflegt.
Die Kommunikationsaufgabe daran ist unbequem. Das Produkt ist Middleware. Es hat keine Oberfläche, kein Gehäuse und keinen Moment, den eine Kamera festhalten könnte. Erklärt werden muss es Entscheidern bei Herstellern und Zulieferern, die täglich Plattform-Versprechen hören und in kurzer Zeit verstehen sollen, warum ein gemeinsamer Kern ihre eigene Position stärkt statt sie einzuebnen. Dazu kommt: Der Film läuft international auf Englisch, auf Messen, im Vertrieb und auf der Website - also in Situationen, in denen niemand zwei Minuten Geduld mitbringt.
Die Lösung
Ein Imagefilm von 96 Sekunden, vollständig animiert, ohne eine einzige Kameraaufnahme. Der Film folgt einer klaren Dramaturgie: erst das Auto als Softwaresystem, dann die Komplexitätsfalle aus fragmentierten Software-Landschaften, langen Entwicklungszyklen, steigenden Kosten und verschärften Sicherheits- und Cybersecurity-Vorgaben. Danach der offene Kern als Ausweg - und zum Schluss die Rolle von ETAS, die diesen Kern zur einsatzfähigen Distribution macht. Der Abbinder ist kein Slogan, sondern eine Aufforderung: dem S-CORE-Projekt beitreten und ETAS für die Distribution ansprechen.
Zwei Bildwelten, ein Film
Der Film arbeitet mit zwei bewusst getrennten visuellen Ebenen, und darin liegt seine eigentliche Konzeptarbeit.
Die 3D-Ebene ist die Bühne für das Produktversprechen: ein stilisiertes Fahrzeug in einer nächtlichen Neon-Welt aus Magenta und Cyan, Lichtspuren als Datenströme, ein Blick aus dem Cockpit auf Roboterhände am Lenkrad, am Ende ein Ring aus Fahrzeugen, die alle auf denselben Kern zulaufen. Diese Bilder erklären keine Funktion, sie setzen den Anspruch: Hochtechnologie, Tempo, Zukunft.
Die 2D-Ebene übernimmt überall dort, wo etwas erklärt werden muss. Sie arbeitet flächig, hell und reduziert - ein Straßennetz aus der Vogelperspektive für die verzweigte Software-Landschaft, ein Fahrzeug an der Abbruchkante für das fehlende Fundament, zwei Roboterhände, die aus Binärblöcken eine Brücke über die Lücke bauen, für den Unterbau, den die Branche immer wieder neu errichtet. Was in Sprache abstrakt bleibt, wird hier zu einem Bild, das man sich merkt.
Verbunden werden beide Welten durch eine durchgehende Farblogik und durch Typografie in Bewegung: Die drei Zusagen der Distribution, “pre-integrated”, “certified”, “maintained”, rasen einzeln als Text durch einen Lichttunnel, statt als Aufzählung stehenzubleiben. So funktioniert der Wechsel der Ebenen als Stilmittel und nicht als Bruch.
KI im Prozess - und offen ausgewiesen
Die Sprecherstimme des Films ist KI-generiert. Der Film sagt das selbst: In den ersten Sekunden steht sichtbar “AI-generated voice” im Bild. Diese Offenheit ist kein Zugeständnis, sondern Teil der Haltung, mit der wir KI einsetzen - dort, wo sie Tempo bringt, und offen gekennzeichnet, wo sie zu hören ist.
Praktisch heißt das: Textänderungen lassen sich bis kurz vor Auslieferung einarbeiten, ohne ein Sprecherstudio erneut zu buchen, und weitere Sprachfassungen entstehen ohne zusätzlichen Aufnahmetag. Wie wir KI und klassische Produktion kombinieren, zeigt unsere Seite zum KI-Hybrid-Video.
Warum das übertragbar ist
Jede Plattform, jede Schnittstelle, jeder Standard hat dasselbe Problem: Der Nutzen ist real, aber unsichtbar. Er steckt in eingesparter Doppelarbeit, in vermiedenen Zertifizierungsrunden, in Monaten, die ein Team nicht mit Infrastruktur verbringt. Sobald ein Vertrieb das erklären muss, wird aus einem starken Argument eine lange Folie.
Ein animierter Film löst das, weil er zeigen kann, was es nicht zu filmen gibt: den Zustand vorher, den Zustand nachher und die Lücke dazwischen. Die Kombination aus 3D-Bildwelt und erklärender 2D-Animation (Mixed Media) gibt beiden Aufgaben ihren eigenen Raum - Anspruch und Verständlichkeit in einem Film, statt ein Kompromiss aus beidem. Weitere Beispiele aus der Automobil- und Mobilitätsbranche finden Sie in unseren Referenzen, oder Sie sprechen direkt mit uns.
