Die Notfallreform verändert, wie Patienten durch die Notfallversorgung gesteuert werden. Für Kliniken entsteht daraus eine Aufgabe, die im Gesetz nicht steht: Jemand muss den Menschen im Wartebereich erklären, warum sie warten, warum jemand anderes vorgezogen wird und warum die 116117 manchmal der bessere Weg ist.
Ein Erklärvideo auf dem Bildschirm im Wartebereich kann diesen Teil übernehmen. Es erklärt den Ablauf, bevor die erste Rückfrage am Empfang entsteht. Wie das konkret aussieht, zeigen wir in diesem Beitrag anhand eines Videos, das wir für die Zentrale Notaufnahme des Universitätsklinikums Mannheim produziert haben.
Was bedeutet die Notfallreform für Kliniken?
Das Bundeskabinett hat am 22. April 2026 den Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung beschlossen. Nach der Beratung im Bundestag soll das Gesetz zum Jahresbeginn 2027 in Kraft treten.
Zu den Kernelementen gehören:
- Integrierte Notfallzentren (INZ). Sie verbinden die Notaufnahme eines Krankenhauses, eine KV-Notdienstpraxis und eine zentrale Ersteinschätzungsstelle.
- Ausbau der Rufnummer 116117. Die bundesweit einheitliche Nummer wird künftig in einen Terminservice und eine Akutleitstelle aufgeteilt.
- Digital gestützte Ersteinschätzung an allen zentralen Anlaufstellen.
- 225 Millionen Euro über fünf Jahre aus dem Sondervermögen Infrastruktur für die Digitalisierung und Vernetzung der Notfallrettung.
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, Pressemitteilung vom 22.04.2026.
Die Reform definiert Strukturen. Wie eine Klinik diese Strukturen gegenüber ihren Patienten erklärt, bleibt eine Aufgabe vor Ort.
Warum wird die Patientenkommunikation zur Herausforderung?
Patienten interessieren sich nicht für die Architektur der Notfallversorgung. Sie wollen wissen, was mit ihnen passiert.
Warum muss ich warten? Warum wird jemand vor mir aufgerufen? Warum werde ich weitergeleitet? Warum soll ich die 116117 nutzen?
Diese Fragen entstehen dort, wo die medizinische Organisation und die Erwartung des Patienten aufeinandertreffen: am Empfang und im Wartebereich der Zentralen Notaufnahme.
Aus unseren Klinikprojekten wissen wir, dass wiederkehrende Erklärungen Personal binden. Wird ein Ablauf nicht verständlich kommuniziert, erklärt das Team an der Aufnahme dieselbe Information immer wieder. In angespannten Situationen wird daraus schnell eine Diskussion mit Patienten oder Angehörigen.
Die Kommunikation muss deshalb vor der individuellen Rückfrage beginnen.
Wie können Erklärvideos die Notfallreform erklären?
Ein Erklärvideo gibt keinen Gesetzestext wieder. Es übersetzt die Auswirkungen in die Situation, in der der Patient gerade sitzt.
Für das Universitätsklinikum Mannheim haben wir genau dafür ein Video produziert. Es beginnt mit der Frage, die jeder im Wartebereich im Kopf hat:
Danach erklärt das Video den Punkt, an dem im Wartebereich die meiste Unruhe entsteht: die Reihenfolge.
Und schließlich der Teil, der durch die Reform an Bedeutung gewinnt: die Steuerung in die passende Versorgung.
Das komplette Video dauert gut zwei Minuten:
Das ist der Kern eines Erklärvideos: Ein Ablauf, den man sonst erklären müsste, wird zu einer nachvollziehbaren Abfolge.
Ein Video sollte dabei nicht versuchen, die komplette Notfallreform abzubilden. Patienten brauchen keine politische Einordnung. Sie brauchen Orientierung im Ablauf ihrer Klinik.
Warum sollten Kliniken auf stumme Videos im Wartebereich setzen?
Ein Wartebereich ist kein Ort für eine Filmvorführung.
Patienten kommen zu unterschiedlichen Zeitpunkten dazu. Gespräche laufen parallel. Manche hören Musik oder telefonieren. Ein Video muss deshalb auch ohne Ton funktionieren.
An den Standbildern oben sehen Sie das Prinzip: Jede Aussage steht als Text im Bild, jedes Symbol trägt die Bedeutung mit, und keine Information hängt an einer Sprecherstimme. Wer erst nach der Hälfte hinschaut, versteht die nächste Aussage trotzdem.
Solche Inhalte funktionieren über:
- kurze Texteinblendungen
- klare Symbole
- animierte Prozessdarstellungen
- verständliche Formulierungen
- wiederkehrende Kernbotschaften
Für diese Anwendung eignet sich 2D-Animation: Texte, Icons, Figuren und Prozesspfeile werden animiert, ohne dass ein Dreh nötig ist.
Der entscheidende Punkt ist die Wiederholbarkeit. Das Video erklärt denselben Ablauf immer wieder gleich. Das Personal muss diese Grundinformation nicht jedes Mal neu aufbauen.
Welche Rolle spielt Mehrsprachigkeit bei Erklärvideos für die ZNA?
Eine Notaufnahme ist ein Ort mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen.
Wenn zentrale Informationen nur auf Deutsch vorliegen, erreicht die Erklärung des Patientenwegs einen Teil der Besucher nicht. Sprachfassungen reduzieren diese Barriere.
Ein typisches Sprachset für die Patientenkommunikation in der Notaufnahme:
| Sprache | Einsatz |
|---|---|
| Deutsch | Grundversion |
| Englisch | Mehrsprachige Patientenkommunikation |
| Türkisch | Mehrsprachige Patientenkommunikation |
| Arabisch | Mehrsprachige Patientenkommunikation |
| Russisch | Mehrsprachige Patientenkommunikation |
Welche Sprachen sinnvoll sind, hängt vom Einzugsgebiet der Klinik ab. Die visuelle Struktur bleibt dabei gleich, angepasst werden Texte und gegebenenfalls die Tonspur. Die Klinik muss also nicht für jede Sprache einen eigenen Ablauffilm konzipieren.
Was sollten Kliniken in einem ZNA-Erklärvideo erklären?
Ein gutes Video beginnt nicht mit der Produktion. Es beginnt mit dem Patientenweg.
Vor dem ersten Konzept sollten Kliniken klären:
- Wo findet die Ersteinschätzung statt?
- Was passiert unmittelbar nach der Ankunft?
- Welche Patienten werden wohin gesteuert?
- Wann ist die 116117 der richtige Ansprechpartner?
- Welche Informationen erhält der Patient bei einer Weiterleitung?
- Welche Fragen stellt das Personal am Empfang immer wieder?
- Welche Aussagen müssen medizinisch oder organisatorisch freigegeben werden?
- Welche Sprachen werden benötigt?
- Auf welchen Bildschirmen läuft das Video?
Diese Fragen bestimmen das Skript.
Ein Beispiel: Wenn Patienten regelmäßig fragen, warum sie trotz früher Ankunft später aufgerufen werden, gehört genau dieser Punkt ins Video. Im Mannheimer Film übernimmt das der Ampel-Abschnitt. Die konkrete Formulierung muss dabei mit dem tatsächlichen Prozess Ihrer Klinik übereinstimmen.
Welche Vorteile hat ein ZNA-Erklärvideo für das Klinikpersonal?
Der praktische Nutzen liegt in der Entlastung bei wiederkehrenden Erklärungen.
Das Personal an der Aufnahme beantwortet weiterhin individuelle Fragen. Medizinische Entscheidungen bleiben bei den Fachkräften. Ein Video ersetzt kein persönliches Gespräch.
Es übernimmt eine andere Aufgabe: Es erklärt die Grundlogik des Ablaufs bereits im Wartebereich. Wer verstanden hat, warum eine Ersteinschätzung erfolgt, muss nicht mehr danach fragen.
Bei organisatorischen Informationen ist Klarheit wichtiger als filmische Effekte. Ein Wartebereich-Loop muss nicht spektakulär sein. Er muss funktionieren.
Welche Fehler sollten Kliniken bei der Produktion vermeiden?
Die Reform statt den Patienten erklären
Ein Video sollte nicht die Gesetzgebung nacherzählen. Die relevante Frage lautet: Was muss ein Patient über seinen konkreten Weg wissen?
Zu viele Informationen auf einmal
Ein Wartebereich ist kein Seminarraum. Stehen mehrere Aussagen, Fachbegriffe und Prozessschritte gleichzeitig auf dem Bildschirm, geht die Orientierung verloren. Besser ist eine klare Reihenfolge: Eine Information erscheint, sie wird verstanden, dann folgt die nächste.
Fachbegriffe nicht erklären
Begriffe wie „Ersteinschätzung”, „Integriertes Notfallzentrum” oder „Akutleitstelle” sind für Fachleute klar. Für Patienten sind sie es nicht. Wenn ein Fachbegriff nötig ist, gehört bei der ersten Verwendung eine kurze Erklärung dazu.
Den konkreten Klinikprozess ignorieren
Ein allgemeines Video kann die Reform erklären. Es erklärt aber nicht den Ablauf einer konkreten Notaufnahme. Die Produktion beginnt deshalb immer beim tatsächlichen Prozess der Klinik.
Erst produzieren, dann abstimmen
Medizinische und organisatorische Inhalte müssen vor der finalen Animation geprüft sein. Ein klarer Freigabeprozess verhindert, dass zentrale Aussagen erst nach Fertigstellung geändert werden.
Wie läuft die Produktion eines Erklärvideos für die ZNA ab?
Die medizinische Abstimmung gehört von Anfang an in den Ablauf.
Konzeption. Zuerst wird der Patientenweg strukturiert und die wichtigsten Informationspunkte werden festgelegt.
Skript. Anschließend steht fest, welche Aussagen auf dem Bildschirm erscheinen. Bei einem Video, das ohne Ton funktionieren soll, sind die Texte Teil der Produktion und kein Nebenprodukt. Jeder Satz muss allein verständlich sein.
Storyboard. Das Storyboard zeigt Szenen und Texte. Die Klinik prüft den Ablauf, bevor animiert wird.
Gestaltung und Animation. Danach werden die grafischen Elemente animiert, in der Regel als 2D-Animation mit Motion Graphics, also animierten Texten, Icons, Pfeilen und Diagrammen.
Sprachfassungen. Anschließend entstehen die benötigten Sprachversionen. Die visuelle Logik bleibt erhalten.
Finalisierung. Zum Schluss werden die Formate für die vorgesehenen Bildschirme ausgegeben.
Bei videoboost laufen Konzeption, Dreh und Postproduktion inhouse. Für ein ZNA-Erklärvideo ist ein Dreh nicht zwingend nötig, eine animierte Produktion reicht meist aus. Mehr zum Ablauf finden Sie auf unserer Seite zur Videoproduktion.
Welche Referenzen gibt es für Klinikvideos?
Wir arbeiten seit Jahren für Häuser aus Pharma und Healthcare, darunter drei Kliniken:
| Klinik | Format | Inhalt |
|---|---|---|
| Universitätsklinikum Mannheim | Erklärvideo, 2D-Animation | Warum Wartezeiten entstehen und wie die Ersteinschätzung funktioniert |
| Klinikum Darmstadt | Imagefilm, Realdreh | Die Arbeit und das Team in der Zentralen Notaufnahme, für Image und Personalgewinnung |
| Städtisches Klinikum Braunschweig | Laufende Videoproduktion im Abomodell | Über ein Jahr wiederkehrende Zusammenarbeit mit festem Produktionsrhythmus |
Der Mannheimer Film ist das Beispiel für Patientenkommunikation im Wartebereich. Der Darmstädter Film zeigt die zweite Aufgabe, die Kliniken über Video lösen: Personalgewinnung. Das Städtische Klinikum Braunschweig steht für den dritten Fall, in dem Kliniken Video einsetzen: nicht als Einzelprojekt, sondern als laufende Produktion mit festem Rhythmus und eingespieltem Freigabeprozess.
Weitere Beispiele finden Sie in unseren Referenzen.
Wann lohnt sich ein Erklärvideo zur Notfallreform?
Ein Erklärvideo lohnt sich, wenn ein Ablauf regelmäßig erklärt werden muss und Patienten ihn nicht von selbst verstehen.
Typische Situationen:
- neue oder veränderte Patientenwege
- Ersteinschätzung und Weiterleitung
- Nutzung der 116117
- wiederkehrende Fragen zu Wartezeiten
- mehrsprachige Patientenkommunikation
- vorhandene Bildschirme in Wartebereichen
- hohe Belastung des Personals an der Aufnahme
Die bessere Ausgangsfrage ist nicht, ob ein Video modern wirkt. Sie lautet: Welche wiederkehrende Information erklärt Ihr Personal heute mehrmals täglich, die sich einmal verständlich produzieren und danach dauerhaft ausspielen lässt?
Was sollten Pressestellen und Kommunikationsabteilungen jetzt vorbereiten?
Die Reform schafft neue Strukturen. Die Kommunikation dazu lässt sich vorbereiten, bevor die Standorte der Integrierten Notfallzentren feststehen.
Ein pragmatischer Einstieg: Sammeln Sie die wiederkehrenden Fragen aus dem Klinikalltag. Danach lässt sich entscheiden, welche Information über Beschilderung, Website, Personal und Video läuft.
Für ein Video sind drei Punkte entscheidend:
- Der konkrete Patientenweg steht fest.
- Die zentralen Aussagen sind medizinisch und organisatorisch abgestimmt.
- Die Inhalte passen zur tatsächlichen Nutzung im Wartebereich.
So entsteht kein Film über die Reform, sondern ein Kommunikationsmittel für einen konkreten Patientenprozess.
Fazit: Die Reform ändert Strukturen, erklären müssen Sie sie selbst
Die Notfallreform verändert die Notfallversorgung. Für Patienten wird damit vor allem eine Frage relevant: Was passiert mit mir?
Diese Frage beantwortet kein Gesetzestext. Kliniken müssen die neuen Abläufe in Patientensprache übersetzen.
Ein Erklärvideo für stumme Bildschirme übernimmt davon einen klar abgegrenzten Teil: Ersteinschätzung, Weiterleitung, Wartezeiten, nächste Schritte. Der Nutzen entsteht nicht durch möglichst viele Informationen, sondern durch einen klaren Patientenweg, verständliche Sprache und Kommunikation, die dort beginnt, wo die Fragen entstehen.
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Häufige Fragen zur Notfallreform und ZNA-Erklärvideos
Wann soll die Notfallreform in Kraft treten?
Der vom Bundeskabinett am 22. April 2026 beschlossene Gesetzentwurf wird im Bundestag beraten. Das Gesetz soll zum Jahresbeginn 2027 in Kraft treten.
Was ist ein Integriertes Notfallzentrum?
Ein Integriertes Notfallzentrum, kurz INZ, verbindet eine Klinik-Notaufnahme, eine KV-Notdienstpraxis und eine zentrale Ersteinschätzungsstelle. Ziel ist eine besser koordinierte Steuerung der Patienten in die passende Versorgung.
Welche Rolle spielt die 116117 bei der Notfallreform?
Die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 wird ausgebaut und künftig in einen Terminservice und eine Akutleitstelle aufgeteilt. Die Akutleitstelle soll Patienten in die passende Versorgung steuern.
Warum sollte ein ZNA-Video ohne Ton funktionieren?
Im Wartebereich lässt sich nicht voraussetzen, dass Patienten den Ton hören. Ein Video, das Informationen über Texte, Symbole und Animationen transportiert, funktioniert unabhängig von der Geräuschsituation und auch dann, wenn jemand erst mitten im Loop hinschaut.
Welche Sprachen sind für ein ZNA-Erklärvideo sinnvoll?
Das hängt vom Einzugsgebiet ab. Ein häufig genutztes Set ist Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch und Russisch. Weitere Sprachfassungen lassen sich ergänzen, ohne die Animation neu zu konzipieren.
Wie lang sollte ein Erklärvideo für den Wartebereich sein?
Eine pauschale Länge gibt es nicht. Das Mannheimer Video dauert gut zwei Minuten. Entscheidend sind die Anzahl der Informationen und der konkrete Patientenweg. Wichtiger als die Länge ist, dass ein später Einstieg verständlich bleibt.
Kann ein Erklärvideo das Personal in der ZNA ersetzen?
Nein. Das Video übernimmt wiederkehrende Grundinformationen. Individuelle Fragen, medizinische Einschätzungen und persönliche Gespräche bleiben Aufgabe des Klinikpersonals.
Was kostet ein Erklärvideo für eine Notaufnahme?
Die wichtigsten Preisfaktoren sind der Umfang der Konzeption, die Anzahl der Szenen, die Machart, die Sprachfassungen und die benötigten Formate. Eine Orientierung zu Spannen finden Sie auf unserer Seite zu den Videopreisen, einen belastbaren Rahmen nennen wir nach einem kurzen Gespräch über den konkreten Patientenweg.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit: Bundeskabinett beschließt Notfallreform, 22.04.2026.
- Bundesregierung: Reform der Notfallversorgung.
