Am Imagefilm entbrennt oft eine hitzige Debatte: Gehört er zum Standard dazu oder ist er eher Relikt? Die ehrliche Antwort ist unbequem für beide Lager. Der klassische Imagefilm mit Drohnenflug über die Firmenzentrale, Klaviermusik und einem Geschäftsführer, der in die Kamera sagt, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, ist tatsächlich ein Relikt. Und trotzdem ist der Imagefilm das Video, das in den meisten Unternehmen am längsten und an den meisten Stellen läuft: auf der Startseite, im Vertriebsgespräch, auf der Messe, in der Stellenanzeige, auf LinkedIn. Die Frage ist also nicht, ob Sie einen brauchen. Die Frage ist, welche Ausbaustufe Sie brauchen und was die kostet.
Die kurze Antwort: Ein professionell produzierter Imagefilm beginnt als Richtwert bei 6.900 Euro. Typische Projekte liegen bei rund 12.000 Euro für einen kompakten Unternehmensfilm mit einem Drehtag, rund 22.000 Euro für ein Imagevideo mit zwei Drehtagen und rund 70.000 Euro für einen konzeptgetriebenen Imagefilm mit eigenem Storytelling. Inklusive Konzept, Dreh, Postproduktion und ausreichend Korrekturschleifen. Alles darunter spart an Konzept, Drehzeit oder Erfahrung. Alles deutlich darüber ist meist Kampagne, nicht Film.
Ob Sie den Film Imagefilm, Imagevideo oder Unternehmensfilm nennen, ist für den Preis übrigens egal. Es sind drei Namen für dieselbe Produktion, und dieselben Preisfaktoren gelten.
Relikt oder Standard? Beides, je nachdem, wie Sie ihn bauen
Die Relikt-Fraktion hat in einem Punkt recht: Der Imagefilm von 2018 ist tot. Vier Minuten, in denen ein Unternehmen sich selbst erklärt, schaut sich niemand mehr freiwillig an. Wer heute einen Film produziert, der nur auf der Über-uns-Seite lebt, bezahlt für ein Denkmal.
Die Standard-Fraktion hat in einem anderen Punkt recht: Es gibt kein zweites Video-Format, das so viele Einsatzorte gleichzeitig bedient. Ein guter Imagefilm ist Startseiten-Hero, Vertriebsargument, Messe-Loop, Recruiting-Baustein und Social-Media-Rohstoff in einem. Der Unterschied zwischen Relikt und Standard liegt nicht im Format, sondern in drei Entscheidungen: Wird der Film für ein Ziel gebaut oder für alle? Wird er in Kurzversionen gedacht oder nur in einer Langfassung? Und zeigt er etwas, das kein Wettbewerber zeigen kann, oder austauschbare Flurbilder?
Genau diese drei Entscheidungen bestimmen auch den Preis. Deshalb gehören die Debatte und die Kostenfrage zusammen.
Was ein Imagefilm kostet: die drei Ausbaustufen
Wir kalkulieren Imagefilme in drei Ausbaustufen. Die Stufen unterscheiden sich nicht in der Qualität der Kamera, sondern im Aufwand vor und nach dem Dreh.
| Ausbaustufe | Drehtage | Richtwert | Passt, wenn |
|---|---|---|---|
| Unternehmensfilm | 1 | ab 6.900 Euro, typisch rund 12.000 Euro | Sie ein klares Portrait brauchen: Interviews, Einblicke, ein Standort, zwei bis drei Minuten |
| Imagevideo | 2 | rund 22.000 Euro | Sie mehrere Motive oder Standorte zeigen, Animation und einen eigenen Farb-Look wollen |
| Imagefilm mit Storytelling | 3 bis 5 | rund 70.000 Euro | Sie eine Geschichte erzählen, die Ihre Marke trägt: Workshop, Treatment, inszenierte Szenen |
Zwei Anmerkungen, die in keiner Preisliste stehen. Erstens: Die Stufe 1 ist nicht die Sparversion. Sie ist die richtige Wahl für die Mehrheit der mittelständischen Unternehmen, weil ein Ein-Tages-Dreh mit gutem Konzept mehr Wirkung hat als ein Drei-Tages-Dreh ohne. Zweitens: Wer Stufe 3 bucht und den Film dann nur auf die Website stellt, hat das teuerste Denkmal der Branche gekauft. Stufe 3 lohnt sich, wenn der Film eine Kampagne trägt.
Alle Richtwerte verstehen sich netto, inklusive Konzept, Produktion und Korrekturschleifen. Den verbindlichen Festpreis bekommen Sie nach dem Erstgespräch, nicht vorher. Wer Ihnen vorher einen Festpreis nennt, hat Ihr Unternehmen noch nicht gesehen.
Die 7 Preisfaktoren, ehrlich sortiert nach Hebel
Der Preis eines Imagefilms ist keine Blackbox. Er ist die Summe von sieben Entscheidungen, und die meisten davon treffen Sie selbst.
1. Drehtage
Der größte Hebel, mit Abstand. Jeder Drehtag bringt Crew, Technik, Anreise und Zeit mit. Der Unterschied zwischen Stufe 1 und Stufe 2 ist im Kern ein zweiter Drehtag. Die gute Nachricht: Ein dicht geplanter Drehtag holt mehr raus als zwei schlecht geplante. Deshalb steht bei uns die Drehplanung vor der Kalkulation, nicht danach.
2. Standorte
Der unterschätzte Hebel. Zwei Standorte an einem Tag sind möglich, wenn sie zwanzig Minuten auseinanderliegen. Sechs Standorte quer durch Deutschland sind eine Logistikaufgabe mit eigenem Preis. Der Imagefilm für Yusen Logistics zeigt, was mehrere Standorte an Wirkung bringen, und warum sie kalkuliert werden müssen.
3. Konzept und Storytelling
Der Faktor, an dem gespart wird und der am teuersten wird, wenn man es tut. Ein klassischer Aufbau braucht ein solides Konzept. Eine frei erzählte Geschichte braucht Workshop, Treatment und Dramaturgie, also Arbeit, die vor dem ersten Drehtag liegt. Ohne Konzept bekommen Sie Bilder. Mit Konzept bekommen Sie einen Film.
4. Animationsanteil
Bauchbinden und eine Logo-Animation sind überschaubar. Durchgehendes Motion Design, 3D-Sequenzen oder ein Film, der ganz ohne Kamera auskommt, sind Facharbeit nach Stunden. Beispiel für die zweite Variante: der Imagefilm für Swisscom, komplett in animierter Bildsprache, weil das Thema Künstliche Intelligenz keine Kamera-Motive hat.
5. Spezialaufnahmen
Drohne, Zeitraffer, Slider, Nachtaufnahmen. Jede davon ist ein eigener Posten und jede davon ist verzichtbar, wenn sie nichts erzählt. Ein Drohnenflug über ein Logistikzentrum erklärt Größe. Ein Drohnenflug über ein Bürogebäude erklärt gar nichts. Buchen Sie Spezialaufnahmen für die Aussage, nicht für den Effekt.
6. Sprecher, Musik und Sprachversionen
Ein professioneller Sprecher, lizenzierte Musik und Sounddesign sind Pflicht, keine Extras. Was den Preis bewegt, sind Sprachversionen: Ein Film in Deutsch und Englisch ist keine Verdopplung, aber auch kein Nullaufwand. Wer international verkauft, plant die zweite Sprache von Anfang an ein, statt sie ein Jahr später nachzuproduzieren.
7. Länge und Kurzversionen
Der Faktor, der am häufigsten falsch eingeschätzt wird. Eine Minute mehr Laufzeit kostet weniger, als die meisten denken. Kurzversionen für LinkedIn, Messe und Stellenanzeige kosten mehr, als die meisten denken, und tragen den Film dorthin, wo Ihre Zielgruppe tatsächlich hinschaut. Ein Imagefilm ohne Kurzversionen ist 2026 ein halbes Produkt.
Wo Sie sparen dürfen und wo nicht
Weil die Frage in fast jedem Erstgespräch kommt, hier die unbequeme Liste.
Sparen Sie an: der Zahl der Drehtage (lieber einer, gut geplant), an Spezialaufnahmen ohne Aussage, an der Laufzeit (kürzer ist fast immer besser) und an Standorten, die nichts zeigen, was der erste nicht auch zeigt.
Sparen Sie nicht an: dem Konzept, dem Ton, den Kurzversionen und an echten Menschen vor der Kamera. Ein Imagefilm mit Schauspielern, die so tun, als würden sie bei Ihnen arbeiten, spart am Tag des Drehs und kostet an jedem Tag danach.
Sparen Sie ganz anders: Manchmal ist der Realdreh nicht die richtige Machart. Die Service Innovation Group hat ihren Imagefilm aus kuratiertem Stock-Material und Typografie bauen lassen, ohne eigenen Drehtag, weil Geschwindigkeit und Budget wichtiger waren als eigene Bilder. Für ein Rebranding, das Kunden und Mitarbeitende mitnehmen muss, war für Qlar ein Mixed-Media-Film die richtige Wahl. Die Machart ist ein Preisfaktor, den viele Agenturen gar nicht anbieten, weil sie nur eines können.
Drei echte Imagefilme und was sie geprägt hat
Zahlen werden greifbar, wenn man den Film dazu sieht. Drei Beispiele aus unserer Produktion, jeweils mit dem Preisfaktor, der sie geprägt hat.
Weitere Produktionen nach Branche und Machart sortiert finden Sie in den Imagefilm-Beispielen.
Warum ein Imagefilm 2026 anders kalkuliert wird als früher
Drei Dinge haben sich verschoben, und alle drei betreffen den Preis.
Kurzversionen sind Teil des Pakets, nicht Zusatz. Früher gab es einen Film. Heute gibt es einen Film und fünf Schnitte davon: 15 Sekunden für die Anzeige, 30 für LinkedIn, 60 für die Messe, Hochformat fürs Handy. Wer das im Konzept mitdenkt, dreht anders und schneidet günstiger. Wer es nachträglich bestellt, zahlt zweimal.
KI senkt die Kosten für Bildwelten, nicht für Konzept. Wo früher ein zweiter Drehtag für Symbolbilder nötig war, entstehen heute Bildwelten am Rechner. Das spart Drehzeit und macht Varianten günstiger. Was KI nicht kann: entscheiden, was Ihr Unternehmen erzählen soll. Der Anteil des Konzepts am Gesamtpreis steigt deshalb, und das ist richtig so.
Der Vorstandstest ist härter geworden. Jeder im Unternehmen hat heute schon hundert Imagefilme gesehen. Austauschbare Bilder fallen sofort auf. Ein Film, der etwas zeigt, das nur Ihr Unternehmen zeigen kann, braucht kein größeres Budget, sondern ein besseres Konzept. Genau da liegt die Grenze zwischen Relikt und Standard.
Was im Preis enthalten sein muss
Wenn Sie Angebote vergleichen, prüfen Sie nicht die Endsumme, sondern diese Liste. Fehlt ein Punkt, ist das Angebot nicht günstiger, sondern unvollständig.
- Konzept mit Ziel, Zielgruppe und Kernaussage, schriftlich vor dem Dreh
- Drehplanung mit Motivliste und Zeitplan
- Crew, Kamera, Licht und Ton am Drehtag
- Schnitt, Farbkorrektur, Musiklizenz, Sounddesign
- Ausreichend Korrekturschleifen, schriftlich festgehalten
- Kurzversionen für die Kanäle, auf denen der Film laufen soll
- Alle Nutzungsrechte für Website, Social Media und Vertrieb
- Ein Ansprechpartner, ein Festpreis
Häufige Fragen zu Imagefilm-Kosten
Was kostet ein Imagefilm? Als Richtwert ab 6.900 Euro. Typische Projekte liegen bei rund 12.000 Euro (Unternehmensfilm, ein Drehtag), rund 22.000 Euro (Imagevideo, zwei Drehtage) und rund 70.000 Euro (Imagefilm mit eigenem Storytelling, drei bis fünf Drehtage). Die größten Preisfaktoren sind Drehtage, Standorte, Konzeptaufwand und Animationsanteil.
Was kostet ein Imagevideo? Dasselbe wie ein Imagefilm. Imagevideo, Imagefilm und Unternehmensfilm bezeichnen dieselbe Produktion. Bei uns ist „Imagevideo” die Bezeichnung für die mittlere Ausbaustufe mit zwei Drehtagen, als Richtwert rund 22.000 Euro.
Wie kann ich die Kosten für einen Imagefilm berechnen? Mit den sieben Preisfaktoren aus diesem Artikel: Drehtage, Standorte, Konzept, Animation, Spezialaufnahmen, Sprecher und Sprachversionen, Länge und Kurzversionen. Einen ersten Richtwert für Ihr Projekt liefert der Video-Kostenrechner in zwei Minuten. Den verbindlichen Preis gibt es nach dem Erstgespräch.
Was kostet ein Imagefilm mit Drohnenaufnahmen? Drohnenaufnahmen sind ein eigener Posten innerhalb des Drehtags. Sie lohnen sich, wenn sie Größe, Lage oder Struktur erklären, etwa bei Werksgeländen, Logistikzentren oder Bauprojekten. Über einem Bürogebäude erzählen sie nichts und sollten aus dem Budget gestrichen werden.
Wie lange dauert die Produktion eines Imagefilms? Vom Briefing bis zum finalen Film sind vier bis sechs Wochen der Standard für Unternehmensfilm und Imagevideo, mit fester Timeline. Ein konzeptgetriebener Imagefilm mit Workshop und Treatment braucht länger, weil die Arbeit vor dem Dreh den Unterschied macht.
Lohnt sich ein Imagefilm überhaupt noch? Ja, wenn er für mehrere Einsatzorte gebaut wird und etwas zeigt, das nur Ihr Unternehmen zeigen kann. Nein, wenn er als Vier-Minuten-Denkmal für die Über-uns-Seite geplant ist. Der Unterschied liegt im Konzept, nicht im Budget.
Bekomme ich vorab einen verbindlichen Preis? Nach dem Erstgespräch, ja. Sie bekommen ein Festpreis-Angebot, transparent aufgeschlüsselt, ohne versteckte Posten. Und Sie hören von uns auch, wenn eine kleinere Ausbaustufe Ihr Ziel genauso erreicht.
Der nächste Schritt
Wenn Sie wissen wollen, welche Ausbaustufe zu Ihrem Ziel passt und was sie konkret kostet, ist das ein Gespräch von 30 Minuten. Sie beschreiben Ziel und Einsatzorte, wir ordnen Ihr Projekt an echten Beispielen ein und nennen einen ehrlichen Rahmen. Erstgespräch sichern.
Den kompletten Überblick über Ausbaustufen, Produktionsablauf und Beispiele finden Sie im Imagefilm-Guide, die Preisfaktoren aller Videoformate auf der Preisseite.
