2016 haben wir ein kurzes Animationsvideo veröffentlicht: „10 Video-Marketing-Statistiken, die Sie unbedingt kennen sollten.” Zehn Zahlen, die belegen sollten, warum Video kein Nice-to-have mehr ist, sondern Pflicht im Marketing-Mix.
Zehn Jahre sind in diesem Tempo eine kleine Ewigkeit. Also haben wir jede einzelne Statistik noch einmal vorgenommen und gegen die aktuellen Branchenreports geprüft: Was ist eingetreten? Was war schon damals Hype? Und welche Zahl von 2016 würde heute kein seriöser Marketing-Verantwortlicher mehr unterschreiben?
Die Grundlage für den 2026er-Stand sind die aktuellen Erhebungen von Wyzowl, Vidyard, Wistia, dem Social Media Examiner und Socialinsider. Hier zuerst das Original von 2016:
Die zehn Statistiken im 10-Jahres-Check
1. Die Aufmerksamkeitsspanne von 8 Sekunden
2016: „Die Aufmerksamkeitsspanne eines modernen Menschen liegt bei nur noch 8 Sekunden, die eines Goldfisches bei 9.” Der Satz lief 2016 durch jede zweite Marketing-Präsentation, unsere eingeschlossen.
2026: Diese Zahl gehört auf den Prüfstand. Eine belastbare wissenschaftliche Quelle für die „8 Sekunden” ließ sich nie nachweisen, der Goldfisch-Vergleich gilt heute als Marketing-Mythos. Was sich dagegen sauber messen lässt, ist das Sehverhalten: Wistia berichtet, dass Videos unter einer Minute rund 52 % Engagement erreichen, während die Click-through-Rate bei längeren Formaten von 5 bis 30 Minuten auf etwa 9 % fällt. Die Kernaussage von 2016 stimmt also, nur die Begründung war falsch: Kurze, dichte Videos halten Aufmerksamkeit, lange verlieren sie.
2. Video ist eines der am stärksten wachsenden Medien
2016: „Videos gehören zu den am stärksten wachsenden Medien im Online-Marketing, weil 3 von 4 Menschen sie besser verstehen, wenn sie sie mit Augen und Ohren wahrnehmen.”
2026: Aus dem Wachstumsversprechen ist Normalität geworden. 83 % der Unternehmen teilen Videos auf Social Media, und Social Engagement als Erfolgsmetrik ist innerhalb eines Jahres von 12 % auf 22 % gestiegen. Video ist nicht mehr der Aufsteiger, sondern der Standard, an dem sich andere Formate messen.
3. Bis 2019 bestehen 80 % des Internet-Traffics aus Video
2016: Die Prognose klang 2016 noch gewagt.
2026: Sie ist längst Realität und nach oben überholt. Video dominiert den Datenverkehr, und der Konsum verschiebt sich weiter in Richtung Bewegtbild. Die einst kühne Vorhersage ist heute eine Selbstverständlichkeit, über die niemand mehr staunt.
4. 206 Videos pro Monat und Nutzer
2016: „Der durchschnittliche Internetnutzer schaut ca. 206 Videos im Monat.”
2026: Diese Zahl hat sich nach zehn Jahren mehr als verzehnfacht, je nach Quelle und Zählweise. Sinnvoller als eine einzelne Riesenzahl ist heute die Einordnung über die Zeit: Wer täglich rund 73 Minuten Videoinhalte konsumiert, sieht bei 30-Sekunden-Clips etwa 146 Videos pro Tag, bei 60-Sekunden-Formaten rund 73. Ein Hinweis in eigener Sache: Bei dieser Statistik kursieren online besonders viele unterschiedliche Werte. Wir nennen die Größenordnung, nicht die Scheingenauigkeit.
5. Mit Video kaufen Besucher mit 85 % höherer Wahrscheinlichkeit
2016: „Mit Videos ist es zu 85 % wahrscheinlicher, dass Ihr Besucher kauft.”
2026: Der Wirkmechanismus ist heute besser belegt als die alte Einzelzahl. 96 % der Video-Marketer berichten laut Wyzowl, dass Video das Produktverständnis ihrer Nutzer verbessert. Und besseres Verständnis ist die Vorstufe zur Kaufentscheidung. Genau hier zahlt ein gutes Produktvideo direkt auf den Umsatz ein.
6. 75 % der Führungskräfte schauen Videos auf Unternehmensseiten
2016: Video war damit schon 2016 ein Format für Entscheider, nicht nur für die breite Masse.
2026: Dieser Befund hat sich gefestigt und verlagert. Die entscheidende Frage ist heute nicht mehr, ob Führungskräfte Videos schauen, sondern wo. Die Antwort hat sich klar verschoben, dazu mehr in Statistik 7.
7. 96 % der B2B-Firmen nutzen Video in Kampagnen
2016: „96 % der B2B-Firmen benutzen Videos in ihren Marketing-Kampagnen.”
2026: Die Adoption ist hoch geblieben, aber realistischer beziffert. Laut Wyzowl setzen 91 % der Unternehmen Video 2026 als Marketing-Werkzeug ein. Spannender ist der Kanal: Socialinsider zeigt, dass 79 % der Unternehmen Video als Marketing- oder Kommunikationsmittel auf LinkedIn nutzen. Im B2B ist LinkedIn vom Nebenschauplatz zum Hauptkanal geworden.
8. Video bringt den höchsten ROI und die höchste Klickrate
2016: „73 % berichten von einem positiven ROI” und „Online-Video-Anzeigen haben die höchste Klickrate von allen digitalen Anzeigeformaten.”
2026: Der ROI-Wert ist nicht nur gehalten, er ist gestiegen. 92 % der Marketer sagen laut Wyzowl, dass Video einen positiven Return liefert. Damit ist die ROI-Frage praktisch entschieden. Wer 2026 noch diskutiert, ob sich Video rechnet, diskutiert gegen die eigene Branche.
9. 96 % höhere Klickrate in E-Mails
2016: Schon das Wort „Video” in der Betreffzeile galt als Klick-Booster.
2026: Die Mechanik trägt bis heute. Bewegtbild im E-Mail-Marketing erhöht die Klickbereitschaft messbar, weil es ein konkretes Versprechen transportiert statt einer weiteren Textwand. Entscheidend ist 2026 weniger die genaue Prozentzahl als die Konsequenz daraus: Video gehört in den Funnel, nicht nur auf die Startseite.
10. Mit Video bleiben Besucher 2 Minuten länger
2016: „Durch ein Video bleiben Webseiten-Besucher nicht nur 15 Sekunden, sondern im Schnitt 2 Minuten länger.”
2026: Die Verweildauer ist bis heute eines der stärksten Argumente für Video auf der eigenen Seite, und die Benchmarks sind differenzierter geworden. Homepage-Videos erreichen rund 24 % Play Rate, längere Formate ab 60 Minuten sogar 52 %. Heißt: Wer das passende Format am passenden Ort einsetzt, hält Besucher nicht zufällig länger, sondern planbar.
Was sich in zehn Jahren wirklich verschoben hat
Drei Entwicklungen ziehen sich durch alle Reports von 2026 und sind wichtiger als jede Einzelzahl:
Video ist vom Format zum wichtigsten Content-Typ geworden. Für fast die Hälfte aller Marketer (49 %) ist Video laut Social Media Examiner inzwischen der wichtigste Inhaltstyp überhaupt, vor Text (25 %) und statischen Bildern (23 %). Gleichzeitig planen Marketer, ihren Video-Einsatz auf YouTube (70 %), Instagram (65 %) und LinkedIn (52 %) weiter auszubauen.
LinkedIn ist im B2B die Nummer eins. Laut Wistia nennen acht von zehn Teams LinkedIn als wichtigsten Ort, um Videos zu teilen. Damit zieht das Netzwerk im Business-Umfeld an YouTube vorbei. Wer 2016 für YouTube produziert hat, produziert 2026 zuerst für LinkedIn.
Die Nachfrage steigt, die Budgets nicht. Das ist die unbequemste Erkenntnis. Unternehmen wollen mehr Video, aber 51 % halten ihr Budget flach oder kürzen es. Die Konsequenz ist kein Weniger an Video, sondern ein höherer Anspruch an jeden einzelnen Film: Er muss mehrfach verwertbar sein, in kurzen und langen Schnitten funktionieren und über Monate Wirkung zeigen. Genau deshalb investieren Teams 2026 gezielt in vier Formate: Erklärvideos und Schulungsvideos, Produktvideos, Social-Video und Webinare. On-Demand-Webinare etwa werden bis zu zwölf Monate nach dem Live-Termin noch abgerufen.
Fazit: Die Kernaussage von 2016 ist stärker denn je
Zehn Jahre später steht die Botschaft unseres Videos solider da als damals. Einzelne Zahlen waren zu rund oder schlicht falsch belegt, der Goldfisch ist das beste Beispiel. Die Richtung aber stimmte: Video ist heute der wichtigste Content-Typ, der ROI ist nahezu unbestritten, und der entscheidende Kanal im B2B hat sich klar zu LinkedIn verschoben.
Was bleibt, ist die eigentliche Aufgabe: aus einem Budget, das nicht mitwächst, Filme zu machen, die mehr leisten. Genau das ist seit 2015 unser Geschäft. Über 1.000 produzierte Unternehmensfilme, über 200 wiederkehrende Kunden, Konzeption, Dreh und Postproduktion unter einem Dach in Darmstadt.
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Die ausführlichen 2016er-Belege finden Sie weiterhin in unserem Original-Beitrag zu Videomarketing-Statistiken.
