Das menschliche Gehirn ist auch in unserem hoch entwickelten Zeitalter noch immer ein großes Mysterium. Bis ins kleinste Detail ist die Funktionsweise noch lange nicht erfasst worden.

Heute weiß man, dass popkulturelle Aussagen, wie beispielsweise der Mythos, dass wir angeblich nur 10 Prozent unseres Gehirns nutzen würden, wissenschaftlich gesehen schlichtweg falsch sind. Dennoch ist das Gehirn nach wie vor ein beliebtes Forschungsobjekt, das es noch vollends zu erschließen gilt.

Was auf jeden Fall belegt werden kann, ist die Tatsache, dass unser Gehirn lieber visuelle Darstellungen als Text konsumiert. Doch warum ist das so?

Die 5 Sinne

Wie wir alle wissen, verfügen wir Menschen über 5 Sinne zur Wahrnehmung. Diese sind:

  • Sehen (visuelle Wahrnehmung)
  • Hören (auditive Wahrnehmung)
  • Riechen (olfaktorische Wahrnehmung)
  • Schmecken (gustatorische Wahrnehmung)
  • Tasten (taktile Wahrnehmung)

Während uns für diese Wahrnehmungen verschiedene Körperteile zur Verfügung stehen, wie Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut, werden die wahrgenommenen Informationen stets in unserem Gehirn verarbeitet und umgewandelt.

Hierbei ist es bereits ein entscheidender Faktor, dass Informationen nicht von all diesen 5 Sinnen zu gleichen Teilen aufgenommen werden. Eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung, auf welche sich unter anderem dieses Trainingsbuch bezieht, stellt hierbei auf Seite 14 heraus, dass satte 83% aller Informationen visuell wahrgenommen werden (also über das Auge, bzw. unseren Seh-Sinn).

11% der Informationsaufnahme erfolgen weiterhin über das Ohr, 3,5% über die Nase, 1,5% über die Haut und lediglich 1% über die Zunge. Das Auge ist also mit großem Abstand am wichtigsten für die Informationsaufnahme. Kein Wunder also, dass unsere Welt darauf ausgelegt ist, uns primär über visuelle Darstellungen einzufangen.

Text vs. Bild

Logischerweise nehmen wir auch Text mit dem Auge wahr, weswegen dessen Sonderstellung im Rahmen unserer Wahrnehmung erst einmal kein Grund dafür ist, warum das Gehirn lieber Bilder konsumiert als Text. Es scheint also noch andere Gründe dafür zu geben.

Auch Buchstaben sind Bilder

Jeder Buchstabe für sich gesehen ist auch eine Art von Bild. Das Problem bei der Verarbeitung dieser Information ist aber, dass zunächst aus mehreren Buchstaben (also mehreren Bildern) ein Wort werden muss. Aus mehreren Wörtern wird dann ein Satz und so weiter.

Während bestimmte Bilder oder auch Symbole uns binnen weniger Nanosekunden eine Bedeutung erschließen, muss also unser Gehirn beim Konsum von Text einen unverhältnismäßig längeren und vor allem auch komplexen Prozess einläuten. Erst unser Gehirn ist nämlich dazu in der Lage, aus mehreren aufeinanderfolgenden Bildern (also Buchstaben) ein Wort zu bilden, welches je nach Kontext einen bestimmten Sinn ergeben kann.

Gerade Wörter mit mehreren Bedeutungen oder verschachtelte Satzstrukturen führen aber dazu, dass die Buchstabenkombinationen intensiver und konzentrierter betrachtet werden müssen. Dies wiederum ist sehr anstrengend für unser Gehirn, weswegen wir sicherlich alle den folgenden Effekt zu gut kennen: Wenn wir uns durch große Berge von Text kämpfen, treten über kurz oder lang Konzentrationsprobleme auf.

Unser Gehirn arbeitet auf Hochtouren und fordert sich Pausen ein. Dies sind Effekte, die wir nur mit viel Übung und durch regelmäßiges Lesen verhindern können.

Generation Smartphone

Smartphone

Bild: Copyright(c) Depositphotos.com/ Best3d

Gerade diese fehlende Übung und die Tatsache, dass die wenigsten Menschen noch regelmäßig längere Texte konsumieren, führen allerdings dazu, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Allgemeinen drastisch gesunken ist.

Überhaupt scheint es unserer Generation Smartphone mitunter sehr schwer zu fallen, sich wirklich nur auf eine Sache, wie das Lesen, langfristig zu konzentrieren.

Ständig ist man beschäftigt und in der Regel wird immer mehr als eine Sache gleichzeitig ausgeführt. Dabei wäre es eine hervorragende Übung für unsere Konzentration, wenn wir uns morgens einfach mal eine halbe Stunde Zeit nehmen würden, um aufmerksam die Tageszeitung zu lesen.

Dass wir auf unseren Smartphones oder Computer-Bildschirmen selten voll bei der Sache sind, wenn wir etwas lesen, unterstreicht außerdem eine interessante Studie aus Norwegen. Hier wurde eine Gruppe von 72 Schülerinnen und Schülern zufällig in zwei Lager aufgeteilt.

Während die eine Hälfte einen Text in ausgedruckter Form bekam, erhielt die andere Hälfte eine pdf-Datei, um diese am Computer zu lesen. Das bemerkenswerte Resultat war, dass diejenigen, die den Text am Computer gelesen haben, weitaus weniger verstanden hatten, als diejenigen, die den Text in Printform gelesen haben.

Es scheint also fast so, als sei unsere Lesegewohnheit bei neuen Medien automatisch unkonzentrierter. Während die Auflagen von Tageszeitungen seit Jahren rückläufig sind, ist es also nicht weiter verwunderlich, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Allgemeinen ebenfalls rückläufig ist.

Entscheidend ist die Art der Informationsaufnahme

Wie ebenfalls aus der eben genannten Studie hervorgeht, sind Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden. Ein Lesen am Smartphone, bei dem das Umblättern durch ein Streichen des Fingers über das Touchpad erfolgt, stellt gewissermaßen auch ein bei Weitem nicht so haptisches Erlebnis dar, wie wenn man einen Text oder ein Buch in der Hand hält.

Die Art der Informationsaufnahme ist aber nicht nur auf gedruckten Text im Vergleich mit digitalem Text entscheidend, sondern auch ganz besonders, wenn durch Bilder zusätzliche visuelle Reize hinzukommen. Visuelle Darstellungen werden nämlich verglichen mit Text verhältnismäßig wesentlich schneller von unserem Gehirn aufgenommen, abgespeichert und weiterverarbeitet.

Es ist also nicht nur alleine die stetig sinkende Aufmerksamkeitsspanne der Menschen, die Bilder und Videos angenehmer zu konsumieren macht als längere Texte, sondern auch die Bequemlichkeit unseres Gehirns, das Bilder, Videos und Symbole schneller versteht.

Die Art, wie unser Gehirn Bilder aufnimmt

Das menschliche Gehirn

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Bricht man es wirklich sehr vereinfacht herunter, so kann man sagen, dass auch das Anschauen von Bildern im Endeffekt nichts anderes ist, als Lesen.

Zum besseren Verständnis ist aber auch ein Blick auf die Geschichte der Menschheit hilfreich. Lange bevor es eine Verschriftlichung von Sprache gab, haben bereits Bilder existiert. Das menschliche Gehirn war zu dieser Zeit allerdings noch auf sehr instinktive Dinge fokussiert, nämlich das Finden von Nahrung, das Erkennen von Bedrohungen und die Sicherung des Fortbestands der menschlichen Spezies.

Ein langer Text, der erst aufwendig von unserem Gehirn decodiert werden muss, ist auf den ersten Blick nicht essenziell, um diese Grundbedürfnisse zu erfüllen. Ob ein Text relevant für uns ist, erkennen wir nun einmal selten auf den ersten Blick.

Bilder oder Symbole hingegen werden derartig schnell verarbeitet, dass ihre Relevanz sehr schnell klar wird. Verglichen damit, dass menschliche Kommunikation mithilfe von Symbolen bereits seit mindestens 40.000 Jahren stattfindet, ist der Buchdruck noch sehr neu.

Nonverbale Kommunikation

Es ist weitläufig bekannt, dass nonverbale Kommunikation einen Großteil unseres täglichen Lebens ausmacht. Dabei war diese vor einigen Jahrhunderten noch ausgeprägter als heute. Völlig egal, ob es bewusst oder unterbewusst geschieht, aber Gestik, Mimik und Körperhaltung verraten für gewöhnlich weitaus mehr über das, was wir denken und fühlen, als es die Worte tun, die wir aussprechen.

Alleine schon die Kommunikation in unserem Straßenverkehr verläuft fast ausschließlich über Symbole, für die wir lediglich einen kurzen Blick benötigen, um diese zu verstehen. Unser Gehirn ist nun einmal sehr gut darin, Muster in unserer Umgebung zu erkennen und diese in kürzester Zeit zu verarbeiten und zu verstehen.

Wäre alles um uns herum Text, wäre es außerdem sehr schwer für unser Gehirn, wichtige Informationen von den unwichtigen zu unterscheiden. Vielleicht ist auch deswegen Sprache lediglich ein kleiner Bestandteil unserer alltäglichen Kommunikation.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Selbstverständlich hat jeder von Ihnen dieses altbekannte Sprichwort schon einmal gehört. Im Kontext dieser Ausführungen macht es allerdings durchaus Sinn, es als eine Art Zwischenfazit anzubringen. Schließlich schafft unsere Wahrnehmung von Bildern einen Vorstellungszusammenhang.

Das Gehirn erkennt Bilder und Symbole binnen kürzester Zeit und ordnet diese gemachten Erfahrungen oder bekannten Mustern zu. Kein Wunder also, dass visuelle Darstellungen aus modernen Marketing-Strategien nicht mehr wegzudenken sind.

Das Erklärvideo als optimales Futter für unser Gehirn

Zur Veranschaulichung können Sie sich hier ein typisches Erklärvideo im Comic Stil ansehen:

Jedes Unternehmen, das erreichen möchte, dass Botschaften nicht nur schnell übermittelt werden, sondern auch beim Rezipienten hängen bleiben, kommt um die Verwendung von Bildern nicht herum. Hier kommt allerdings noch ein weiterer Faktor bei uns Menschen hinzu.

Grundsätzlich haben wir eine gewisse Abneigung gegen aufdringliche Werbung entwickelt und stecken Bilder, die wir nach kurzer Verarbeitungszeit als Werbebilder entlarvt haben, schnell in diese Schublade. Dies hat wiederum eine weitere kausale Kette zur Folge.

Durch dieses schnelle Verarbeiten halten wir uns für gewöhnlich nur sehr kurz mit solchen Bildern oder den dazugehörigen Anzeigen auf. Dies sorgt nun allerdings dafür, dass Marketing-Unternehmen diese visuellen Darstellungen umso klüger konzipieren müssen, damit diese auch wirklich in den wenigen Sekunden, die wir ihnen an Aufmerksamkeit widmen, ihre Wirkung entfalten können. An dieser Stelle fungiert das Erklärvideo abermals unterstützend. Es hat eine sehr angenehme und überschaubare Dauer von gerade einmal 60 bis 90 Sekunden, welche die wenigsten Menschen im Vorfeld abschrecken.

Außerdem spricht es nicht nur unsere visuelle Wahrnehmung an, sondern zusätzlich noch unsere auditive Wahrnehmung. In dem Abschnitt über die 5 menschlichen Sinne haben wir herausgearbeitet, dass 83% der Wahrnehmung über das Auge funktionieren und weitere 11% über das Ohr.

Demzufolge spricht ein Erklärfilm nicht nur die besagten 83% an, wie es Texte oder Bilder grundsätzlich machen, sondern stolze 94% unserer Wahrnehmung. Die Bilder und der in der Regel sehr limitierte Text machen es dem Gehirn außerdem ausgesprochen einfach, den Inhalt nicht nur zu verarbeiten und zu verstehen, sondern auch im Gedächtnis abgespeichert zu werden.

Fazit – visuelle Darstellungen bleiben besser haften

In diesem Artikel haben wir Ihnen aufgezeigt, warum das menschliche Gehirn aus den verschiedensten Gründen visuelle Darstellungen einem Text vorzieht.

Spätestens seit dem Siegeszug des Internets und der Smartphones ist darüber hinaus unsere Aufmerksamkeitsspanne weiter gesunken, wodurch die Verwendung von Bildern immer essenzieller wird, um die breite Masse zu erreichen.

Erklärvideos sind an dieser Stelle nahezu prädestiniert dafür, um Ihrem Produkt, Ihrer Dienstleistung oder der Botschaft, die Sie übermitteln möchten, Gehör zu verschaffen. Es spricht fast komplett die menschliche Wahrnehmung an und sorgt durch seine Konzeption, die nicht nur visuelle, sondern auch auditive Reize übermittelt, für ein optimales Verständnis.

Sie sind an einer persönlichen Beratung interessiert? Dann zögern Sie nicht und rufen Sie uns direkt für ein unverbindliches Gespräch an.

Bild: Copyrigt(c) Depositphotos.com/ alexwhite

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